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bushido

Nr.001

Ich bin mit Bushido in seinem Stammcafé

im Berliner Stadtteil Kreuzberg verabredet.

Das Lokal ist fast leer. D-Bo aus der

Ersguterjunge-Crew baut gerade eine

Runde Backgammon auf. Bushido sitzt

ihm gegenüber und zieht genüßlich an der

Wasserpfeife, die unsere Ecke in einen

angenehmen Duft hüllt. Im Fernsehen läuft

das UEFA-Cup Spiel Bukarest gegen den

HSV. Alle Anwesenden schauen gespannt

auf den Bildschirm.

Bushido:
Deutscher Fußball ist am Arsch,

Alter.

kingbushido.de: Keine Deutsche Mannschaft

ist mehr in der Championsleague vertreten,

die Nationalmannschaft spielt so schlecht wie

niemals zuvor und Klinsmann ist in Kalifornien.

Dazu der neue angebliche Wettskandal.

Schlimmer geht’s wirklich nicht.

Bushido: Du musst das mal so sehen: Ab

jetzt kann es nur noch besser werden. Und

die Sache mit Klinsmann, dass er nicht zu

dieser Trainertagung erschienen ist, zu der

alle Nationaltrainer der Welt kamen, ist echt

peinlich.

kingbushido.de: Zum ersten Mal in der

Geschichte gibt’s das offizielle WM-Photo

ohne den gastgebenden Trainer.

Bushido: Da wundert einen gar nichts mehr.

Ich finde es eh behindert, dass der DFB im

Jahr 100.000 Euro an Reisekosten ausgibt, nur

damit Klinsmann in Kalifornien chillen kann.

So macht sich der Mann keine Freunde.

kingbushido.de: Würden die Deutschen

wenigstens guten Fußball spielen...

Bushido: Das Problem ist einfach, dass Klinsis

Leben in den USA stattfindet. Wenn man sich

für so einen wichtigen Job entscheidet, muss

man auch hier wohnen. Egal, ob es gut oder

schlecht läuft. Ich finde, da hätte der DFB von

Anfang an härter durchgreifen müssen. Bei

der Hertha...

kingbushido.de: ...Hertha BSC Berlin,

Bushido’s Lieblingsclub...

Bushido: ...ist das doch genauso. Und da bin

ich rigoros. Die Hertha spielt schon die ganze

Saison eine richtige Scheisse zusammen.

Dann gewinnen sie wieder zwei Spiele und

alle Probleme werden ganz schnell unter den

Teppich gekehrt. Es ist immer die gleiche

Scheisse.

kingbushido.de: Stell Dir mal vor, wir kämen

bei der WM tatsächlich ins Halbfinale, dann

würde doch keiner mehr behaupten, dass

Deutschland ein Fußball-Problem hätte.

Bushido: Ja, das stimmt schon, aber Fußball

war in Deutschland schon immer so ein

Prestige-Ding. Wenn die Nationalmannschaft

verliert, dann kratzt das am Ego des ganzen

Volkes. Wir lösen mit der WM zwar nicht das

Problem mit der Arbeitlosigkeit, aber Fußball

kann entscheident zur Stimmung des Volkes

beitragen.

kingbushido.de: Deine Stimmung müßte

jedenfalls gut sein. Du hast gerade einen Echo

gewonnen.

Bushido: Ich bin mit der Situation überhaupt

nicht klar gekommen. Abgesehen davon, dass

ich wirklich überrascht war. Ich stand auf der

Bühne, mit einem Echo in der Hand, habe

in die Menge geschaut und wußte, dass all

die Leute nichts mit dir zu tun haben wollen.

Das war ja auch der Grund, warum ich diese

komische Rede gehalten habe. Ich war einfach

komplett durcheinander. Auf der einen Seite

war ich hin und weg, ich meine, hey, ich hatte

gerade einen Echo gewonnen. Aber auf der

anderen Seite habe ich nur in leere Gesichter

geguckt. Ich konnte mich in dem Moment nicht

freuen.

kingbushido.de: Man hat es gesehen.

Bushido: Michi Beck von den Fantas hat

demonstrativ weggeguckt und Sasha ’s Gesicht

ist direkt eingeschlafen, nachdem mein Name

genannt wurde. Die Alte von Silbermond

hat sich total geärgert, was ich aber noch

verstehen kann, schließlich war sie ja auch

in der Kategorie nomminiert. Die Jungs von

Rammstein waren jetzt nicht direkt angepisst

oder so, aber man hat schon gemerkt, dass sie

den Echo schon auch gerne selbst gewonnen

hätten. Die ganze Veranstaltung war einfach

nur peinlich.

kingbushido.de: Du hast ja auch bei anderen

Gewinnern geklatscht.

Bushido: Eben. Als Rammstein angekündigt

wurden, bin ich auch aufgestanden und hab

das richtig gefeiert. Nicht weil wir befreundet

sind, sondern weil ich die Band ganz einfach

cool finde. Als der Volksmusik-Echo verliehen

wurde, habe ich auch applaudiert. Alter, ziehe

Dir mal dieses Bild rein: Da stehen zehn Idioten

auf der Bühne und hampeln rum. Das ist doch

total geil.

kingbushido.de: In den USA wird Erfolog

durch Anerkennung belohnt. In Deutschland

erntet man nur neidische Blicke. Das war

schon immer so.

Bushido: In meinem Fall verstehe ich das

aber nicht. Ich bin ja für Gruppen wie Juli, oder

Rammstein keine direkte Konkurrenz. Die

verkaufen zehn Mal so viele Platten wie ich

und keine einzige Platte weniger durch mich.

kingbushido.de: Aber Du hast den Echo mit

nach Hause genommen und sie nicht.

Bushido: Okay, die haben dieses Jahr vielleicht

keinen Echo gewonnen, aber dafür vielleicht

schon letztes Jahr, oder dann werden sie ihn

noch gewinnen. Es ist ja auch nicht wie in der

Wirtschaft, dass auf einmal 100 Arbeitsplätze

verloren gehen, weil eine neue Konkurrenz

auf den Markt kommt. Ich denke mir einfach:

„Ihr Vögel, ihr seit alle so gefestigt, ihr habt alle

euer Business am laufen, müsst euch über

eure Zukunft keine Gedanken mehr machen.

Wieso genießt ihr nicht das Leben?“

kingbushido.de: Die einzige wirkliche

Überraschung des Abends war aber trotzdem,

dass Du den Echo gewonnen hast...

Bushido: ... aber es hat sich niemand für

mich gefreut. Als Christina Stürmer ihren Echo

abgeholt hat, zog die ein Gesicht, als sei es

das normalste der Welt. Keine Freude. Nichts.

kingbushido.de: Fettes Brot haben einen

Echo als beste HipHop Band bekommen.

Bushido: Und was machen die Jungs? Anstatt

sich zu freuen, als Popband einen HipHop-

Echo zu gewinnen, schießen sie gegen

Leute wie mich und sagen: „Wir danken der

Akademie, dass sie jetzt auch Talent erkannt

haben!“ Was für Idioten! Warum stehen die mit

einem Echo in der Hand da und dissen mich?

Warum behaupten die, ich hätte kein Talent?

Was bringt denen das?

kingbushido.de: Zwei Tage später bei TRL

ging es ja noch weiter...

Bushido: Auf die Frage, warum sie mich

gedisst haben, antworteten sie nur: „Bushido?

Kennen wir nicht! Wer ist das?“

kingbushido.de: Das übliche Theater.

Bushido: Theater hin oder her. Das ist einfach

schade. Wir könnten alle so eine chillige Zeit

gemeinsam haben.

kingbushido.de: Du hast gerade Deine

„Staatsfeind-No.1“ Tour hinter Dir, hast mehr

als 30.000 Tickets verkauft, fast in allen

Städten ausverkaufte Shows gespielt ...

Bushido: ... und trotzdem werde ich nicht

zum „Splash“ oder zu den „HipHop Open“

eingeladen.

kingbushido.de: Die beiden größten

Deutschen HipHop Festivals ignorieren den

erfolgreichsten Deutschen Rapper des letzten

Jahres. Was denkst Du, ist der Grund dafür?

Bushido: Ganz ehrlich, ich weiß es nicht.

kingbushido.de: Das erinnert mich an den

Track „So whatcha sayin’“ von EPMD. Erick

Sermon rappt darin sinngemäß: Die Leute

dissen mich und meine Musik. Ich dagegen

bring einfach mein Album raus und bekomme

30 Tage später dafür Gold verliehen! Was sagt

ihr jetzt?

Bushido: Ja klar. Das hätte ich auch schreiben

können. Aber die Leute schaffen es immer

noch, diese ganzen Anzeichen zu ignorieren.

Wie Du sagst, ich habe zwei Goldene Platten,

jetzt den Echo, eine ausverkaufte Tour. Zeig

mir doch mal einen Deutschen Künstler, nicht

nur aus dem HipHop Bereich, der das geschafft

hat! Mal abgesehen von Tokio Hotel. Da wird

die Suche schwer, Alter.

kingbushido.de: Dazu kommt, dass Deine

Songs weder im Radio, noch bei MTV oder

VIVA auf Rotation laufen.

 

Bushido: Und die Presse schreibt auch nur

dann über mich, wenn ich im Knast sitze...

kingbushido.de: ... oder ein Media Markt von

Bushido-Fans auseinandergenommen wird.

Bushido: Das ich einen Live-Echo gewonnen

habe, schreibt niemand. Aber mittlerweile

stehe ich über diesen Dingen. Ich sehe mich

eher als der coole Italiener an der Ecke mit

dem kleinen Laden, der aber die beste Pizza

der Stadt macht. Tokia Hotel, Fettes Brot

und Silbermond sind eben wie Pizza Hut. Es

schmeckt immer und überall gleich. Meine

Pizza ist dafür einzigartig.

kingbushido.de: Rap aus Berlin wird von der

aktiven HipHop-Szene ja schon lange ignoriert.

Liegt der Grund nicht ganz einfach darin, dass

so gut wie alle Produktionen, die in den letzten

zwei Jahren kommerziell erfolgreich waren,

aus Berlin kamen und manche Leute damit

einfach nicht umgehen können?

Bushido: Vielleicht ist das so. Aber je mehr

sie uns ignorieren, desto stärker wird unser

Image. Je mehr sie mich ausgrenzen, desto

interessanter werde ich für meine Fans. Die

Leute, die beim Echo für mich gevotet haben,

wußten ganz genau warum. Es gibt dieses

„Jetzt erst recht“-Gefühl, das mich ja so mit

meinen Fans verbindet.

kingbushido.de: Gegen eine Band wie

Rammstein zu gewinnen, ist schon ein

beachtlicher Erfolg.

Bushido: Rammstein haben ihre Fanklubs

auf der ganzen Welt mobilisiert , für sie zu

voten. Und meine Fans haben es trotzdem

geschafft, gegen dieses weltweite Netzwerk

zu gewinnen. Alter, ich hab einfach die geilsten

Fans.

kingbushido.de: Du spielst dieses Jahr zum

ersten Mal bei „Rock am Ring“ und „Rock im

Park“, den beiden größten Festivals Europas.

Lachst Du Dir nicht insgeheim ins Fäustchen,

nach dem Motto: Wenn die anderen Festivals

mich nicht buchen, ist das deren eigene

Schuld. Schließlich garantiert der Name

Bushido immer ein volles Haus!

Bushido: Natürlich. Aber mit dem Argument

kannst Du denen nicht kommen. Die drehen

den Spieß um und sagen: Wer veranstaltet

denn „Rock am Park“ und „Rock am Ring“?

Die Firma Lieberberg! Und wer organisiert

Bushido’s Konzerte? Die Firma Lieberberg!

kingbushido.de: Aber die Liste der Künstler,

die einen Vertrag mit Lieberberg haben ist

ungefähr so lang, wie die Strecke von der

Erde bis zum Mond. Das kann jawohl kein

Argument sein.

Bushido: Die Firma Lieberberg ist der

größte Tourveranstalter Europas und dass

ich überhaupt bei denen unter Vertrag bin, ist

eine große Ehre für mich. Der Punkt ist aber:

Wenn Herr Lieberberg nicht von meinen Live-

Qualitäten überzeugt wäre, würde er mich

auch nicht auftreten lassen.

Manche Leute können es einfach nicht

ertragen, dass ich erfolgreicher bin als sie.

kingbushido.de: Wir haben es eben schon

kurz erwähnt. Du hast für die Alben „Electro

Ghetto“ und „Staatsfeind Nr. 1“ jeweils eine

Goldene Schallplatte erhalten.

Bushido: Wir hatten alle Tränen in den

Augen, so sehr haben wir uns gefreut. Herr

Lieberberg, bei dem schon über hundert

Goldene Schallplatten im Büro hängen - von

Metallica bis AC/DC - hat mir auf die Schultern

geklopft und gesagt: „Bushido, Du bist in all

den Jahren der erste nationale Künstler, der

uns eine Goldene Schallplatte überreicht.“

Das ist meine Art Danke zu sagen.

kingbushido.de: Du meinst die Vorwürfe,

dass Deine Songs anti-semitische Texte

beinhalten würden.

Bushido: Genau. Lieberberg ist eine jüdische

Familie. Die würden garantiert nichts mit mir zu

tun haben wollen, hätte ich irgendwas gegen

Juden. So ein Blödsinn. Es wurden Briefe an

Lieberberg geschrieben, in denen öffentlich

verlangt wurde, sie sollten sich von mir

distanzieren. Aber sie haben zu mir gehalten

und acht Monate später bekomme ich einen

Live-Echo. Was soll ich noch sagen, Alter?

Bushido grinst, steht auf und geht

telefonieren. Das Fußballspiel ist

mittlerweile für den HSV verloren. Saad,

ebenfalls Mitglied der Ersguterjunge-Crew

betritt das Café und begrüßt die Runde.

Fünf Minuten später kommt Bushido mit

zwei frisch gepressten Orangensäften und

einer großen Portion gebratener Scampis

zurück an den Tisch.

Bushido: Ich weiss nicht, ob man das im

Fernsehen gesehen hat, aber Samy Deluxe

saß während der ganzen Show direkt neben

mir. Ich hasse den Typen übelstkrass und ich

will mit dem auch nichts zu tun haben, aber

ich mußte neben ihm sitzen, weil unsere

Platzkarten nun mal so waren. Der hat den

ganzen Abend kein einziges Mal zu mir

rübergeguckt.

kingbushido.de: Freie Meinung für alle.

Bushido: Absolut. Ich finde ja auch nicht

jeden und alles geil. Aber man kann doch

wenigstens Guten Abend sagen. Durch so ein

kindisches Verhalten schwächt er sich doch

nur und gesteht seine Niederlage ein.

kingbushido.de: Der Name Bushido

bedeutet „Weg des Kriegers“. Bist Du ein

Einzelgänger?

Bushido: Im Moment ja. Damals, als ich mich

entschied, unter diesem Pseudonym Musik

zu machen, hätte ich die Frage bestimmt

mit einem Nein beantwortet. Im Nachhinein

muss ich aber zugeben, dass ich unterbewußt

den richtigen Namen für mich gewählt habe.

Bushido passt zu mir wie die Faust aufs Auge,

denn mein Weg war immer vollgepackt mit

Hindernissen.

Aber ohne die coolen Leute um mich herum,

wäre der ganze Erfolg gar nicht möglich

gewesen. Das darf man nicht vergessen.

kingbushido.de: Ist die Firma Bushido

trotz des enormen Erfolges immer noch ein

Familienunternehmen?

Bushido: Irgendwie schon. Aber gerade

deswegen wird es schnell persönlich und es

kommt zu unnötigen Streitereien. Aber gut,

das ist eben mein Schicksal. Wenigstens habe

ich keinen Rattenschwanz von Ja-Sagern um

mich herum. Ich kenne die meisten Jungs

schon mein halbes Leben, also lange bevor

ich zu Bushido wurde. Die haben auch keine

Angst, mir mal ordentlich die Meinung zu

sagen. Denn mal ehrlich, es bringt mir gar

nichts, wenn ich gerade den größten Mist

baue und alle mir auf die Schulter klopfen und

sagen: „Hey Bushido, geil machst Du das!“

kingbushido.de: In den letzten Monaten jagte

ein Highlight das nächste. Machst Du auch

mal eine Pause?

Bushido: Ich habe erst vor ein paar Tagen hier

im Café gechillt und überlegt, in den Urlaub zu

fahren, schön in die Karibik. Mal abgesehen

davon, dass ich Flugangst habe ...

kingbushido.de: ... so im R.Kelly Style ...

Bushido: ... das ist überhaupt nicht lustig, Alter.

Ich kann einfach in kein Flugzeug einsteigen.

Ich setz mich lieber in mein Auto, fahre über’s

Wochenende nach Paris und gehe einkaufen.

kingbushido.de: Bist Du ein Workoholik?

Bushido: Ich glaube schon. Im Urlaub

müsste ich mein Handy ausmachen. Dazu

habe ich keinen Bock. Dumm am Strand

abhängen? Keinen Bock. Ich fahre am Tag

80 Kilometer mit meinem Auto durch Berlin.

Darauf verzichten? Auf gar keinen Fall. Wenn

ich mal wirklich schlecht drauf bin und denke,

dass mir gleich mein Schädel explodiert, dann

klappe ich meinen Laptop auf, gehe auf die

Homepage meiner Bank, schaue mir meinen

Kontostand an und alles ist wieder super. Ich

brauche keinen Urlaub.

kingbushido.de: Die Arbeit zahlt sich eben

aus.

Bushido: Ich weiss das aber auch zu schätzen.

Meine Mutter arbeitet in einer Bäckerei und

muss jeden Tag um 3 Uhr morgens aufstehen.

Ich spiele einen Auftritt bei Rock am Ring und

verdiene an einem Tag soviel wie sie in sieben

Monaten. Ich kenne den Wert des Geldes,

Alter.

kingbushido.de: Am 28.04. kommt Deine

erste Live-Dvd und Live-Cd in die Plattenläden.

Bushido: Genau. Auf der DVD gibt es mein

Konzert aus der Berliner Columbiahalle zu

sehen...

kingbushido.de: ... die mit 3000 Besuchern

fast auseinandergebrochen wäre.

Bushido: Du sagst es. War das ein geiles

Konzert, Alter! Deswegen haben wir uns auch

entschieden, diesen Abend auf die DVD zu

nehmen.

kingbushido.de: Was ist sonst noch drauf?

Bushido: Der reine Konzertmitschnitt ist etwa

100 Minuten lang. Dann gibt es als Bonus

ein 25-minütiges Tourbook, das meinen Fans

einen kleinen Einblick gibt, wie es bei uns

hinter den Kulissen so aussieht, inklusive

Soundcheck, Tourbus, Backstage usw.

kingbushido.de: Bushido und die

Ersguterjunge Crew beim Saufen, Lachen,

Spass haben...

Bushido: Yeah, Alter. Und als Extra-Bonus

habe ich noch alle meine sieben Videos

draufgepackt.

kingbushido.de: Und weiter geht’s mit

den guten Nachrichten. Der Ersguterjunge

Sampler Vol. 1 ist direkt auf Platz 4 in die

Charts eingestiegen.

Bushido: Das war echt der Hammer. Wir

waren in der ersten Woche auf Platz 4 und in

der zweiten Woche auf Platz 7. Zwei Wochen

am Stück in den Top 10! Das habe ich selbst

mit meinen eigenen Alben nicht geschafft.

Mein Label wird dieses Jahr noch mächtig für

Wirbel sorgen.

kingbushido.de: In dem Leserpoll der „Juice“

gab es kaum eine Kategorie, in der kein

Ersguterjunge-Künstler vertreten war.

Bushido: Saad wurde bester Newcomer des

Jahres, Dj Stickle drittbester nationaler DJ...

kingbushido.de: ...obwohl er ja aus Österreich

kommt...

Bushido: ...nehmen wir das mal nicht so eng.

„Staatsfeind No.1“ wurde Album des Jahres,

drei meiner Videos waren in den Top 10 usw.

kingbushido.de: Und kingbushido.de wurde

zur besten Internetseite gewählt.

Bushido: Du sagst es.

kingbushido.de: Wer wird der nächste

Ersguterjunge Solo-Artist?

Bushido: Saad. Wir nehmen gerade hier in

Berlin sein Solo-Album auf. Ich habe ungefähr

für die Hälfte der Songs die Beats produziert

und hoffe, dass es im Mai in den Läden steht.

Mal sehen, ob wir das schaffen.

kingbushido.de: Wir sind auf jeden Fall

gespannt. Wie wird’s denn klingen?

Bushido: Von den Beats her eher wie meine

früheren Sachen, vielleicht wie manche Songs

auf „Vom Bordstein bis zur Skyline“. Trotzdem

hat Saad seinen eigenen Stil und wird mit dem

Album alle da draußen wegburnen.

kingbushido.de: Was läuft denn gerade in

Deinem CD-Player?

Bushido: Rap höre ich sehr wenig. Wenn

du bei McDonalds arbeitest, kannst du

irgendwann auch keine Burger mehr essen.

In meinem CD-Wechser befinden sich zur

Zeit die alten Sachen von Roxette - die sind

echt geil - und ein paar Depeche Mode Alben.

Parallel davon alles von Rammstein, aber die

höre ich eh immer.

kingbushido.de: Zu Rammstein hast Du eine

besondere Beziehung, oder?

Bushido: Ich habe es zum ersten Mal geschafft,

mich wirklich und wahrhaftig in einen Song zu

verlieben: „Sonne“ von Rammstein. Ich liebe

dieses Lied. Deswegen haben wir auch einen

Song zusammen aufgenommen.

kingbushido.de: Rammstein feat. Bushido?

Bushido: Genau. Also, der Song ist zwar

schon fertig aufgenommen, liegt aber noch im

Studio. Wahrscheinlich kommt er auf das neue

Rammstein Best-Of Album drauf. Ich weiss es

aber nicht genau.

kingbushido.de: Was steht denn außer der

Live-DVD und der neuen Tour, die im Herbst

startet, noch so alles auf dem Programm für

2006?

Bushido: Es wird wieder eine „Dicke-Eier“

Kampagne geben und damit meinen Fans

für ihren krassen Support danken. Es wird

spezielle T-Shirts geben, die ich an meine Fans

verschenke und es gibt zum DVD-Release

eine deutschlandweite Kino-Tour, für die ich

die Tickets ebenfalls verschenken werde.

Ausserdem werde ich selbst vor Ort sein, mit

meinen Fans reden, Autogramme schreiben,

Fragen beantworten etc. Ich möchte einfach

ein bisschen Zeit mit meinen Fans verbringen.

Das bin ich ihnen schuldig.

kingbushido.de: Mal ehrlich: Ist Dein Leben

gerade nicht ein einziger Traum?

Bushido: Es kommt mir eher so vor, als

würde ich seit zwei Jahren einen Film gucken,

der einfach nicht zu Ende geht. Aber das ist

mein Schicksal. Ich glaube an Gott und bin der

Meinung, dass alles einen bestimmten Grund

hat. Gott hält seine schützende Hand über

mich.

kingbushido.de: Bist Du ein bescheidener

Mensch?

Bushido: Total. Ich wurde so erzogen. Aber

ich schäme mich nicht für meinen Erfolg und

auch nicht dafür, dass eine neue S-Klasse vor

der Tür parkt. Hier in Deutschland muss man

sich für alles entschuldigen. Mir geht es gut

und ich zeige es auch, aber ich möchte wirklich

niemanden auf den Schlips treten. Ich könnte

morgen mit dem ganzen Scheiss aufhören

und wäre trotzdem glücklich. Ich würde mein

Geld zählen und chillen.

kingbushido.de: Wer hätte das vor fünf

Jahren gedacht?

Bushido: Alter, vor fünf Jahren mußte meine

Mutter noch einen Kredit aufnehmen, damit

ich mir ein Mehrspur-Aufnahmegerät leisten

konnte. Es hätte ja auch alles im Nichts enden

können. Es gibt so viele Rapper, die keine

Platten mehr verkaufen.

kingbushido.de: Und einer saß sogar

während der Echo-Verleihung neben Dir.

Bushido: Ja, ich weiss. Aber ich wollte

es ihm nicht sagen. Der merkt das schon

irgendwann.

kingbushido.de: Hat Dir überhaupt jemand

auf der Echo-Verleihung gratuliert?

Bushido: Ja, und das war total lustig. Der Typ,

der den Joe Gerner in „Gute Zeiten Schlechte

Zeiten“ spielt, kam zu mir und meinte: „Respekt,

Bushido!“. Das fand ich cool. Ich war aber

auch nur kurz auf der Aftershow-Party. Das

ist einfach nicht meine Welt. Ich bin in mein

Auto gestiegen und hier ins Café gefahren,

habe den Echo auf den Tisch gestellt und mit

meinen Jungs genüßlich eine Wasserpfeife

geraucht.

Das Gespräch führte Sir Dennis the First

für kingbushido.de

 

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